Diese Pressemitteilung wurde am Dienstag, 29. Oktober 2013 in der Kategorie Immobilien von Monika Kohut veröffentlicht.

Heuschreckenplage im Haderner Winkel - Betroffene Neurieder unter Schock
Es erwischte den Haderner Winkel in Neuried flächendeckend und unerwartet:Nach knapp zwei Jahren überraschte die DeWAG, in Fachkreisen auch als „schwäbische Heuschrecke“ bezeichnet, die Mieter ihrer rund 450 Wohneinheiten umfassenden Anlage mit einer weiteren Mieterhöhung. Mit Bezug auf den Mietspiegel der Stadt München fordert das Unternehmen ab Dezember, je nach Größe, Lage und Ausstattung der Wohnung, monatlich bis zu über 110 EURO mehr an Nettomiete.

DeWAG steht zum Verkauf

Aufgrund des großflächig abbröckelnden Putzes, undichter Fenster und Balkone, Rissen in den Innen- und Außenwänden sowie Feuchtigkeit und Schimmel in vielen Wohnungen, wird der Haderner Winkel vor Ort auch „Neurieder Bronx“ genannt. Angesichts des maroden Gesamtzustands muss die Mieterhöhung einmal mehr als geschickter, strategischer Schachzug der DeWAG gewertet werden,mit dem das Unternehmen den Wert seiner von der Münchner Rück Anfang der 80er Jahre gebauten Anlage in die Höhe treiben will. Grund: Die DeWAG steht zum Verkauf, so eine Meldung des Nachrichtensenders Bloomberg vom 07. August diesen Jahres. Laut eigener Aussage erhielt die Redaktion die Information, dass „die Equity Residential und Avalon Communities Inc. den Verkauf einer deutschen Tochter, der in Stuttgart ansässigen DeWAG Management GmbH vorbereiten von Personen, die namentlich - noch nicht - genannt werden wollten.“
Mehr als 1,3 Mrd. Euro im Gespräch. Am 20. Oktober folgte nun auch der Immobilienbrief Stuttgart mit einer Berichterstattung in seiner Ausgabe Nr. 136. Vier Angebote gebe es für die DeWAG, die 14.500 Wohnungen, davon 90 Prozent saniert und 80 Prozent in großen Städten,wie Köln, Frankfurt, Berlin und München besitze. „Der Deal soll noch dieses Jahr
über die Bühne gehen. Die amerikanischen Eigentümer wollen Kasse machen.“ Mehr als 1,3 Mrd. Euro sind angeblich im Gespräch.


Ende der Fahnenstange erreicht

Da sich die DeWAG bei ihrer Mieterhöhung argumentativ auf den Miet-spiegel der Stadt München bezieht, hat sich nun eine Interessen-gemeinschaft von 54 Mietern formiert, die sich wehren wollen. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, nicht nur bei mir, sondern bei vielen Nachbarn, vor allem bei denjenigen, die schon seit 1981 hier wohnen und nun in Rente sind,“ so Initiatorin der Aktion Christine Santavec.
Der Mietspiegel der Landeshauptstadt sei nicht gültig für Neuried, „denn wir sind Landkreis München“, konstatiert sie. Auch das Landratsamt vertrete diese Auffassung. „Außerdem gebe es ein Urteil aus dem Jahr 2012, das man als Präzedenzfall benennen könne, sollte die DeWAG klagen. Der seinerzeit zuständige Richter habe zugunsten des klagenden Mieters entschieden.

Dorfcharakter bis heute erhalten

„Neuried weist keinerlei Merkmale einer städtischen Infrastruktur auf. Bis heute hat es seinen ursprünglichen Dorfcharakter behalten,“ erläutert Christine Santavec ihren Standpunkt. „Wir haben hier weder S-Bahn noch U-Bahn-Anschluss. Von den fünf Bussen, die zur U-3 in Fürstenried-West beziehungsweise zur U-6 in Großhadern fahren, sind drei an Werktagen ab zirka 20 Uhr sowie am Wochenende und an Feier-tagen nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr im Einsatz.“ Im Ortskern gebe es lediglich zwei Bäcker und einen Bioladen mit sehr beschränktem Sortiment, so Santa-vec weiter. „Also müssen wir für jeden Einkauf bei Aldi, Rewe oder Tengelmann in den Bus, aufs Fahrrad oder ins Auto steigen. Und unsere Fahrzeugnummern, ebenso wie alle Orts-schilder belegen „schwarz auf weiß“ beziehungsweise „gelb“, dass Neuried Landkreis München ist.“

Wie immer auch sich die Dinge im Haderner Winkel entwickeln werden, fest steht allemal, dass es der DeWAG nicht um die Finanzierung der Sanierung geht, die sie ihren hiesigen Mietern schon seit Jahren verspricht, sondern um die Steigerung ihres Unternehmens- und damit Verkaufswertes, also um reine Gewinnmaximierung.(kpr)



Diese Pressemitteilung wurde veröffentlicht von:
Monika Kohut
Drosselweg 3
82061 Neuried
kohut@mk-markom.com

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MK MarketingKommunikation
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