Diese Pressemitteilung wurde am Montag, 17. August 2015 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 18.08.2015
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
Seit Jahresbeginn 2014 waren im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München verschiedene Einbruchsdiebstähle in gewerblich genutzte Objekte aufgefallen, bei denen gezielt die vorhandenen Tresore angegangen wurden, um an das darin befindliche Bargeld zu gelangen. Die Delikte waren gekennzeichnet durch eine äußerst aufwendige Art der Tatausführung, so dass von einer planvollen, zielgerichteten und koordinierten Vorgehensweise auszugehen war.

Insgesamt konnten dieser Tätergruppierung 61 gewerbs- und planmäßige Einbruchsdiebstähle sowie Ladendiebstähle und zwei versuchte Computerbetrugsdelikte nachgewiesen werden.

An einem Fall wird exemplarisch dargestellt, wie professionell diese Gruppierung gearbeitet hat:

Hier drangen die drei Täter im Mai 2014 in ein vorübergehend leerstehendes Gewerbegebäude in Planegg ein. Dies gelang ihnen durch Aufflexen eines Lüftungszugangs. Über den weiteren Verlauf der Lüftungskanäle konnten die Täter in ein benachbartes Einkaufszentrum gelangen. Jedenfalls verlegten sie durch das Lüftungssystem eine ca. 100 Meter lange Kühlwasserleitung aus zusammengesetzten Gartenschläuchen. Diese wurde für den Betrieb eines Kernbohrgerätes benötigt, mit dem der massive Standtresor aus Stahlbeton aufgebohrt wurde. Da der Tresor jedoch leer war, wurde durch die Täter sodann eine Tür zum Kassenraum aufgeflext, wodurch der Alarm ausgelöst wurde. Die Täter mussten unter Zurücklassung sämtlicher Werkzeuge erfolglos flüchten.

Durch das zurückgelassene Werkzeug und weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen konnten Verdachtsmomente gegen zwei in München wohnhafte Personen, einen 49-jährigen Kosovaren und einen 24-jährigen Albaner gewonnen werden.

Aufgrund des äußerst konspirativen Verhaltens der sich abschottend agierenden Gruppierung, gestalteten sich die Ermittlungen als sehr schwierig. Letztendlich ergab sich trotzdem der dringende Tatverdacht, dass die beiden zusammen unter Beteiligung eines 45-jährigen Kosovaren aus dem Landkreis München gemeinschaftlich für 22 Einbruchsdiebstähle verantwortlich waren.

Auf Basis dieses Sachverhaltes wurde über die Staatsanwaltschaft München I Haftbefehl beantragt und am 08.10.2014 in einer zeitgleichen Durchsuchungs- und Festnahmeaktion gegen die drei dringend tatverdächtigen Personen vollzogen. Im Rahmen dieser Durchsuchungsmaßnahmen konnten umfangreiche Tatwerkzeuge und weitere Beweismittel gefunden werden. Des Weiteren konnte verstecktes Bargeld in fünfstelliger Höhe und weitere Vermögenswerte in erheblichem Umfang gepfändet werden.

Im Zuge der Vernehmungen legte der 49-jährige kosovarische Haupttäter ein umfassendes Geständnis ab. Er ist bereits einschlägig als Einbrecher in der Vergangenheit in Schleswig-Holstein und in der Schweiz tätig gewesen und wurde bereits in der Vergangenheit zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Die beiden anderen Beschuldigten machten im Ermittlungsverfahren zunächst keine Angaben. Jedoch räumte im späteren Verlauf auch ein 45-jähriger Kosovare über seinen Anwalt seine Beteiligung ein. Gegen ihn lagen bisher keine rechtskräftigen Vorstrafen vor. Er war nach durchgeführten Ermittlungen als Mittäter aktiv. Während die beiden anderen Täter aktiv waren, führte er Aufpasserdienste durch oder unterstützte sie bei den Taten.

Der dritte Beschuldigte, ein mittlerweile 25-jähriger Albaner, der bislang ausschließlich im Jahre 2014 wegen eines Ladendiebstahls verurteilt wurde, machte im Ermittlungsverfahren keine Angaben. Er war jedoch aufgrund der durchgeführten Ermittlungen bei allen Taten dabei.

Durch die Zusammenführung aller ermittelten Erkenntnisse ergab sich, dass die Gruppierung für insgesamt 61 Diebstahlsdelikte im Stadt und Landkreis München, Miesbach, Gmund am Tegernsee, Lindau und Freising sowie für zwei versuchte Computerbetrugsdelikte in München (Versendung von erbeuteten EC-Karten) verantwortlich waren.

Das Einbechertrio verursachte einen Gesamtschaden an Eingangstüren, Oberlichte, Trockenbauwänden und weitere Schäden in einer Höhe im sechsstelligen Bereich. Zudem erbeuteten sie einen sechsstelligen Betrag an Bargeld und anderen Wertgegenständen.

Durch das Landgericht München I wurde vor kurzem das Urteil gegen das Einbrechertrio gefällt.

Gegen den 49-jährigen kosovarischen Hauptbeschuldigten wurden acht Jahre verhängt. Gegen den 25-jährigen Mittäter wurden fünf Jahre und sechs Monate erlassen und gegen den 45-jährigen weiteren Mittäter wurden zwei Jahre auf Bewährung erlassen.

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