Diese Pressemitteilung wurde am Freitag, 27. Mai 2016 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 27.05.2016
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
In den letzten Wochen rufen im Bereich des Polizeipräsidiums München vermehrt Unbekannte bei Seniorinnen und Senioren an und geben sich als Polizeibeamte aus.

Die „falschen Polizeibeamten“ berichten in den Gesprächen regelmäßig, dass in der Nähe der Wohnung der angerufenen Person eingebrochen worden sei. Die Täter wären festgenommen worden und hätten ein Notizbuch o. ä. bei sich gehabt, in dem die Adresse des Angerufenen gestanden habe. Es sei deshalb zu befürchten, dass auch beim Angerufenen eingebrochen werden könnte.

Im Laufe des Gesprächs werden die Seniorinnen und Senioren über ihre Vermögensverhältnisse, Kontodaten und vorhandene Wertgegenstände ausgefragt.

Schließlich werden die Geschädigten aufgefordert, ihr gesamtes Geld von der Bank abzuheben. Begründet wird dies damit, dass bei der Bank ein Mittäter/Maulwurf der Festgenommen beschäftigt sei. Den Bankmitarbeitern dürfe man deshalb unter keinen Umständen vertrauen.

Abschließend wird gefordert, das Geld mit Zahlungsdienstleistern ins Ausland zu übermitteln oder bei besonders großen Summen eine „persönliche“ Abholung vorgeschlagen, um das Geld in „Sicherheit“ zu bringen.  

Die Taten werden durch professionalisierte Call-Center im Ausland begangen, häufig wird mittels Call-ID-Spoofing auf dem Telefon der Geschädigten die Nummer einer echten Polizeidienststelle bzw. sogar die 110 angezeigt. Der am Telefondisplay angezeigten Rufnummer darf deshalb unter keinen Umständen vertraut werden, da sich diese Anzeige leicht fälschen lässt.

Seit Anfang Mai 2016 wurden dem Kommissariat 65 schon über 50 derartige Anrufe gemeldet.

Im Verlauf der letzten Woche kam es im Stadtbereich München, zu einem vollendeten Delikt. Eine 88-Jährige aus Giesing übermittelte knapp 8.000 Euro über Zahlungsdienstleister in die Türkei, nachdem sie zuvor von einer „Polizeibeamtin“ angerufen worden war. Über mehrere Tage hinweg hatten die Täter mit dem Opfer Kontakt gehalten und ihm schließlich eine Geschichte nach oben genanntem Muster glaubhaft gemacht.

Präventionshinweise:

- Angehörige von Seniorinnen und Senioren sollten ihre Verwandtschaft über das Phänomen informieren.

- Die Täter erhalten die Daten ihrer Opfer häufig aus Telefonbüchern/öffentlichen Verzeichnissen im Internet. Prüfen Sie, ob es notwendig ist, dass Sie bzw. Ihre Angehörigen mit ihren (vollständigen) Personalien dort verzeichnet sind. Eine Streichung ist über den eigenen Telefonanbieter möglich.

- Geben Sie niemals sensible Informationen am Telefon weiter, auch nicht, wenn sich der Anrufer als Polizeibeamter vorstellt.

- Übertragen Sie niemals ihre Ersparnisse/Geld an unbekannte Personen, weder durch eine persönliche Übergabe noch mittels irgendwelcher Zahlungsdienstleister.

- Nehmen Sie im Zweifel sofort Kontakt mit der Polizei auf und wählen Sie die 110. Ein erster Ansprechpartner kann auch ihre lokale Polizeiinspektion sein.

- Neben betroffenen Seniorinnen und Senioren bittet die Polizei insbesondere folgende Personengruppen um erhöhte Aufmerksamkeit:
Taxifahrer: diese werden z.T. von den Täter bestellt, um die Opfer direkt zur Bank zu fahren.
Bankangestellte: hier sprechen die Opfer vor, um ihr Vermögen abzuholen. Die wahren Gründe verschweigen die Opfer, da sie auf Grund der Aussage der Täter hier einen „Maulwurf“ vermuten.
Agenten von Zahlungsdienstleistern: hier lassen die Opfer das Geld ins Ausland transferieren.

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