Diese Pressemitteilung wurde am Mittwoch, 07. September 2016 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 07.09.2016
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
Bereits am Sonntag, 04.09.2016, gegen 22.00 Uhr, erhielt eine 69-jährige Rentnerin aus München einen Anruf von einem angeblichen Polizeibeamten, der sich als „Herr Hofmann“ vorstellte. Am Telefon der Rentnerin wurde die Nummer 089/110 angezeigt. Herr „Hofmann“ berichtete von festgenommenen Einbrechern, bei denen eine Liste mit dem Namen der 69-Jährigen sowie Bankdaten gefunden wurden.

Aufgrund dieser Feststellungen sei das Geld der Rentnerin bei der Bank nicht mehr sicher und die Rentnerin befände sich in Gefahr. Im weiteren Verlauf fragte Herr „Hofmann“ die Geschädigte nach ihren Bankdaten und ihren Kontoständen aus.

Der falsche Polizeibeamte erklärte, dass der Rentnerin inzwischen auch andere Täter auf den Fersen seien, daher müsse die Dame ihr Bargeld von der Bank abheben. Außerdem baute Herr „Hofmann“ weiteren Druck auf, indem er der Dame vorgaukelte, das Telefon würde abgehört werden. Daher müsse sich die Dame zur Verschwiegenheit verpflichten.

Am Folgetag, Montag, 05.09.2016, gegen 08.30 Uhr, erhielt die Geschädigte einen erneuten Anruf von Herrn „Hofmann“. Bei dem Anruf forderte er die Dame auf, nun zur Bank zu gehen und das Geld abzuheben. Die Rentnerin kam der Aufforderung nach und hob bei ihrer Bank mehrere Tausend Euro Bargeld von verschiedenen Konten ab.

Zu Hause erhielt sie einen weiteren Anruf. Sie musste nun die Nummern der Geldscheine an Herrn „Hofmann“ durchgeben, dieser erklärte der Seniorin, dass das Geld auf Fingerabdrücke von dubiosen Bankangestellten geprüft werden müsste.
Im Anschluss meldete sich Herr „Haupt“ von der Staatsanwaltschaft. Herr „Haupt“ forderte die Dame auf, mit dem Geld zuerst in ein Fast-Food-Restaurant in Schwabing zu gehen. Dort angekommen lotste der die Dame telefonisch weiter und forderte sie auf, das Geld dem verdeckten Ermittler Herrn „Lorenz“ zu übergeben.

Während der „Staatsanwalt“ ständig mit der Dame per Handy in Verbindung stand, traf sie auf den Abholer. Als die 69-Jährige bei der Übergabe zunächst zögerte, drängte sie der „Staatsanwalt“ jedoch dazu, da sie ja angeblich in Lebensgefahr stecken würde.

Schließlich übergab sie auf der Straße das Geld in einem Kuvert an den angeblichen verdeckten Ermittler und ging von dort wieder nach Hause.

Zu Hause rief erneut Herr „Hofmann“ an, welcher ihr sagte, dass er das Geld in einer halben Stunde wieder vorbeibringen würde. Nachdem bei der Rentnerin niemand vorbeikam und sich keine Person mehr meldete, verständigte die 69-Jährige die Polizei.

Aktuelle laufen die Ermittlungen wegen Betrugs.

Täterbeschreibung:
(Abholer)
Männlich, ca. 30 Jahre, ca. 170 cm groß, kurze, braune Haare, schlank, „smarter Typ“, leichter Oberlippenbart, vermutl. Deutscher; Bekleidung: braune Hose, beiges, kurzärmeliges Hemd.

Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Warnhinweis:
Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, es wäre in der Nachbarschaft eingebrochen worden und sie müssten in der Wohnung Geld- bzw. Schmuckaufbewahrungsörtlichkeiten sehen. Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall durch einen Rückruf bei den Polizeidienststellen, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handelt, noch bevor Sie einen Unbekannten in Ihre Wohnung einlassen!

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