Diese Pressemitteilung wurde am Donnerstag, 07. November 2019 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 07.11.2019
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
Im Zeitraum von Sonntag, 03.11.2019, bis Montag, 04.11.2019, wurde eine über 70-Jährige abwechselnd von falschen Polizeibeamten kontaktiert.

Die Anrufer gaben an, dass der Name der Dame auf einer Liste von Einbrechern stehen würde. Um ihre Wertgegenstände, insbesondere ihr Bargeld zu schützen, wurde die Dame von den Anrufern dazu überredet, mehrere Zehntausend Euro am Sonntag, 03.11.2019, an einen Unbekannten zu übergeben.

Die Seniorin wurde nach der ersten Übergabe weiterhin von den falschen Polizeibeamten angerufen. Ihr wurde mitgeteilt, dass ihre Bank in eine kriminelle Machenschaft verwickelt sei und sie ihre Konten sowie ihr Schließfach schnellstmöglich entleeren und an die falschen Polizeibeamten übergeben soll.

Die Rentnerin schenkte den falschen Polizeibeamten weiterhin glauben und übergab im Laufe des Montags, 04.11.2019, mehrere Zehntausend Euro Bargeld sowie über zehn Gramm Gold aus ihrem Schließfach. Als die Münchnerin ihre Sachen von den falschen Polizeibeamten wie angekündigt nicht wieder zurückbekam, schöpfte sie Verdacht und verständigte die Polizei.

Der Abholer wird wie folgt beschrieben:
Männlich, ca. 30-40 Jahre alt, ca. 165 cm groß, kurze Haare; hellgraue Jacke mit Streifen an den Ärmeln, sonst dunkel gekleidet

Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich nördlich eines Waldgebietes in Neutrudering Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezernat 3, AG Phänomene, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Am Mittwoch, 06.11.2019, erhielt ein über 80-jähriger Münchner, gegen 11:00 Uhr, auf seinem Festnetz-Telefon einen Anruf von einer männlichen Person, die sich als Polizeihauptkommissar Raschke vorstellte.

Nun übernahm seine über 70-jährige Ehefrau das Telefon und wurde hierbei nach Wertgegenständen gefragt. Der vermeintliche Polizeibeamte erklärte daraufhin, dass das Ehepaar von einer osteuropäischen Bande ausgespäht werden würde und ein Einbruch kurz bevor stünde. Zur Sicherung ihres Vermögens wurde das Ehepaar aufgefordert, die zuhause verwahrten Wertgegenstände sowie Bargeld in einen Rucksack zu verpacken und vor die Wohnungstür zu stellen.

Gegen 13:00 Uhr vernahm die Rentnerin Geräusche im Treppenhaus und ein Klingeln an der Wohnungstür. Als sie kurz darauf in den Flur blickte, war der Rucksack bereits verschwunden.

Während dieser gesamten Zeit blieb die Seniorin über das Telefon mit dem vermeintlichen Polizeibeamten in Verbindung, bis sie gegen 14:00 Uhr den Hörer auflegte.

Zuvor war ihr versichert worden, dass sie auch von einem Streifenwagen abgeholt werden würde, um in Sicherheit gebracht zu werden. Als daraufhin keine Polizei erschien, fuhr die Rentnerin in die Innenstadt und wendete sich an die Hauswache des Polizeipräsidiums München in der Ettstraße.

Insgesamt telefonierte die Münchnerin an diesem Tag in einem Zeitraum von drei Stunden mit insgesamt vier verschiedenen Personen, die sich alle als Polizeibeamte sowie einem Staatsanwalt ausgaben.

Der entstandene Beuteschaden liegt in einem hohen fünfstelligen Euro-Bereich.

Zeugenaufruf:
Personen, die während des Tatzeitraumes im Stadtteil Bogenhausen im Bereich der Hackländerstraße zwischen Grillparzer und Versaillerstraße verdächtige Wahrnehmungen machten, die im Zusammenhang mit dem Trickbetrug stehen könnten, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kriminalfachdezerat 3, AG Phänomene, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Warnhinweis:
Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, es wäre in der Nachbarschaft eingebrochen worden und sie müssten in der Wohnung Geld- bzw. Schmuckaufbewahrungsörtlichkeiten sehen. Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall durch einen Rückruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handelt, noch bevor Sie einen Unbekannten in Ihre Wohnung einlassen!

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