Diese Pressemitteilung wurde am Dienstag, 18. März 2014 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 19.03.2014
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
Vorstellung des Verkehrsberichts 2013 und Auftakt der Filmreihe
„Obacht gebn – sicher ans Ziel“


Verkehrsbericht 2013

Der jährlich erscheinende Verkehrsbericht dient der Information der Öffentlichkeit und der Medien über die Entwicklung der Verkehrssicherheit und bietet gleichzeitig eine der Grundlagen für die Verkehrssicherheitsarbeit des Polizeipräsidiums München.

Neben den Unfallzahlen sind auch demographische Entwicklungen zu berücksichtigen. So haben die Einwohnerzahlen, aber auch die Kfz-Zulassungen, im Ballungsraum München kontinuierlich zugenommen und im Jahr 2013 einen Höchststand erreicht. Hinzu kommen die immense Anzahl der täglichen Pendlerströme, von Messebesuchern und steigende Zahlen im Tourismusbereich.


Für das Polizeipräsidium München lässt sich die Unfallbilanz des Jahres 2013 auf folgende Kernaussagen zusammenfassen:

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich stieg gegenüber dem Vorjahr um 4 % auf knapp 55.000.
Die Zahl der Verletzten ist geringfügig angestiegen auf 7.801 (+ 0,8 %), während sich die Anzahl der Schwerverletzten um 3,2 % auf 779 verringerte. Damit sank die Zahl der bei Verkehrsunfällen Verletzten pro 100.000 Einwohner im Jahr 2013 auf den niedrigsten Stand der letzten 10 Jahre.
Es ereigneten sich 23 tödliche Unfälle und damit einer mehr als im Vorjahr. Dabei verloren 27 Menschen ihr Leben – vier mehr als im Vorjahr.
Seniorenunfälle stiegen um 5,3 % auf 4.002. Dabei setzten die Senioren in der Mehrheit der Fälle selbst die Unfallursache.
Radfahrerunfälle reduzierten sich um 3,7 % auf 2.767. Die Anzahl der verletzten Radfahrer sank um 4,6 % auf 2.453.
Fußgängerunfälle stiegen um 2,9 % auf 1.004.
Über die Hälfte der „schwer Verunglückten“ – das sind die bei Unfällen getöteten und schwerverletzten Menschen – waren Radfahrer und Fußgänger.
Die durch nicht angepasste sowie überhöhte Geschwindigkeit verursachten Unfälle gingen um 11 Prozent zurück.

Statistisch gesehen ereignete sich im Bereich des Polizeipräsidiums alle 9 Minuten ein Verkehrsunfall. Ca. alle 1 ½ Stunden kam bei einem Unfall ein Mensch zu Schaden, alle 11 ½ Stunden verunglückte ein Mensch bei einem Verkehrsunfall schwer.

Alle 14 Stunden mussten wir einen Verkehrsunfall auf Grund überhöhter Geschwindigkeit, alle 20 Stunden einen Unfall unter Alkoholeinfluss verzeichnen. Statistisch starb jede zweite Woche ein Mensch auf unseren Straßen.

11 Fußgänger, drei Radfahrer, sieben Pkw-Insassen und sechs Fahrer von motorisierten Zweirädern verloren bei Verkehrsunfällen im letzten Jahr ihr Leben. „Gott sei Dank!“ kam 2013 kein Kind im Straßenverkehr zu Tode.

Die Senioren sind innerhalb der Gruppe der schwer Verunglückten deutlich überrepräsentiert. Während sie mit einem Anteil von ca. 18 Prozent an der Bevölkerung vertreten sind, stellt diese Altersgruppe 28 % der schwer Verunglückten.

Gemessen an je 100.000 Einwohnern sind die Fußgängerunfälle in den letzten drei Jahren leicht abnehmend. Im Jahr 2013 wurden 861 Fußgänger verletzt (+ 6,3 %) und 11 getötet. Von den 11 Getöteten waren 7 Senioren.
Hauptursache bei Fußgängerunfällen ist das falsche Verhalten von Fußgängern selbst. Hierzu gehört insbesondere das Überschreiten der Fahrbahn außerhalb eingerichteter Überquerungsmöglichkeiten.

Innerhalb der Vergehen mit Unfallfolgen bilden die Unfallfluchten mit 13.241 den mit Abstand größten Anteil. Im 10-Jahres-Vergleich entspricht das dem zweithöchsten Wert nach 2005.

Bei den Straftaten ohne Unfallfolgen stiegen die Aggressionsdelikte – dazu zählen unter anderem Körperverletzung im Straßenverkehr, Beleidigung, Bedrohung, Nötigung oder Sachbeschädigung – um 154 auf 2.648. Das sind sieben Fälle täglich!

Gleichwohl gehört die Landeshauptstadt München zu den sichersten Großstädten in Deutschland und in Europa.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidium München werden sich auch im Jahr 2014 rund um die Uhr für die Verkehrssicherheit aller Menschen im Ballungsraum einsetzen und verlässlicher Ansprechpartner sein.

Im Rahmen des neuen bayernweiten Verkehrssicherheitsprogramms 2020 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ werden wir uns engagiert einbringen und damit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr eintreten.

Auch offensivem und damit riskantem Fahren, das sich besonders durch überhöhte Geschwindigkeit zeigt, werden wir im Rahmen unserer Verkehrsüberwachung immer ein besonderes Augenmerk widmen. Aus diesem Grund haben wir unser Verfahren zur Festlegung von Geschwindigkeitsmessstellen und -kontrollen weiterentwickelt. Trotz des leichten Rückgangs im Jahr 2013 ist überhöhte Geschwindigkeit noch immer eine Hauptunfallursache.

Verkehrsunfälle sind in den meisten Fällen keine schicksalhaften Ereignisse. Wir wünsche uns deshalb, dass sich alle Verkehrsteilnehmer wieder mehr die Grundregel des § 1 der Straßenverkehrsordnung zu eigen machen:

„Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht
und gegenseitige Rücksicht.“

Durch die Einhaltung dieser Grundregel leisten alle Verkehrsteilnehmer einen wesentlichen Beitrag für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Aktive Verkehrsteilnahme in der Großstadt heißt, Verantwortung auch für andere, insbesondere für unsere „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer, zu übernehmen.

Eine „vorausschauende Teilnahme“ am Straßenverkehr, die auch mögliche Fehler anderer einbezieht und die Einhaltung der Verkehrsregeln sind der beste Schutz für sich selbst und andere!“

Vor dem Hintergrund einer stetig wachsenden Bevölkerung sowie der damit verbundenen Zunahme des Individualverkehrs appelliert Polizeivizepräsident Robert Kopp an alle Verkehrsteilnehmer:

„Helfen Sie aktiv mit – für mehr Sicherheit im Straßenverkehr!“

Den Verkehrsbericht mit allen detaillierten Informationen finden sie im Internet unter:

www.polizei-münchen.de/verkehr/statistik/index.html

Auftakt der neuen Filmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel.“

Wir haben unserer präventiven Verkehrssicherheitsarbeit einen weiteren Mosaikstein hinzugefügt und die Videofilmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel.“ ins Leben gerufen. Mit dieser Filmreihe wollen wir das „Miteinander im Straßenverkehr“ fördern, indem wir zielgruppenorientiert über gesetzliche Regelungen und Risiken informieren, Verkehrsteilnehmer für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren sowie wertvolle Tipps geben, wie man durch eigenes Verhalten seine Sicherheit und die seiner Mitmenschen erhöhen kann.

Der Titel der ersten Folge lautet „Gscheid radln – aufeinander achten!“. Beim Radfahrer werden das Bewusstsein über eigenes Verhalten und das Hineinversetzen in andere Verkehrsteilnehmer gefördert. Kfz-Führern wird verdeutlicht, welchen Risiken Radfahrer im Straßenverkehr ausgesetzt sind. Daneben sind Tipps zu den Themen Beleuchtung und Fahrradhelm enthalten.

Zusätzlich kommen im Video zwei Spezialisten auf ihrem Gebiet als Experten zu Wort:

Dr. Wolfram Hell vom Institut für Rechtsmedizin München zum Thema Verletzungsrisiko, besonders Kopfverletzungen, und Fernsehrichter Alexander Hold zur Unfallproblematik und zur Verkehrspsychologie.

Wir bedanken uns bei den Polizeivereinen Münchner Sicherheitsforum e.V., Polizisten helfen e.V. und Münchner Blaulicht e.V. für die finanzielle Unterstützung des Projekts.

Für Fortsetzungsfolgen sind die Themen Abbiegen/“Toter Winkel“, Fußgänger/Senioren/E-Bikes vorgesehen.

Den Film finden Sie auf der Seite www.polizei-münchen.de

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