Diese Pressemitteilung wurde am Donnerstag, 17. Juli 2014 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 18.07.2014
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
Im Zeitraum vom 16.06. bis 06.07.2014 führte das Polizeipräsidium München die erste mehrwöchige Aktion der diesjährigen Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“ zur Senkung der Fahrradunfälle und der dabei Verletzten durch. Unter dem Gesamtmotto „Miteinander“ wurden Radfahrer, Kfz-Führer und Fußgänger gleichermaßen in die Kontroll- u. Aufklärungsmaßnahmen einbezogen.

Während des Aktionszeitraums reduzierte sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern im Bereich des Stadtgebiets München um 5,3 % auf 252 (2013: 266 ). Auch bei der Anzahl der verletzten Radfahrer lässt sich ein Rückgang um 5,8 % auf 210 verzeichnen (2013: 223).

Als wichtiges Ergebnis der Aktion stellt Polizeivizepräsident Robert Kopp fest: „Erfreulich ist, dass sich die Anzahl der Schwerverletzten im Vergleich zur Kontrollaktion im Vorjahr um fast ein Viertel (24,1 %) auf 22 reduzierte (2013: 29).
Nach wie vor gilt aber: Jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel!“

Die polizeilichen Maßnahmen konzentrierten sich insbesondere auf Örtlichkeiten, an denen sich die Verkehrsströme von Radfahrern, Kfz-Führern sowie Fußgängern kreuzen und dies zu Konflikten und gefährlichen Situationen führt. Dabei wurde besonders auf unfallträchtiges Verhalten geschaut. Vermehrt waren auch uniformierte Fahrradstreifen im Einsatz.

Bei Kfz-Führern wurde ein besonderes Augenmerk auf das vorschriftswidrige Abbiegen gelegt sowie das Parken auf Rad- oder Gehwegen beanstandet. Bei Fußgängern musste in vielen Fällen das verbotene Beschreiten von Radwegen, das regelwidrige Überschreiten der Fahrbahn, beispielsweise in der Nähe von vorgesehenen Fußgängerüberwegen oder -ampeln auf dicht befahrenen Straßen, sowie die Missachtung von Rotlicht beanstandet werden.

Bei den Fahrradfahrern musste nach wie vor am häufigsten das sogenannte „Geisterradln“, also das Fahrern entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, festgestellt werden. Auch die vorschriftswidrige Ausrüstung bzw. Beleuchtung, das Radln auf Gehwegen, das vorschriftswidrige Benutzen eines Handys sowie Rotlichtverstöße mussten häufig beanstandet werden.

Überwachungszahlen:

In den ersten Wochen mussten

4.415 Kfz-Führer
1.144 Fußgänger
8.965 Radfahrer

wegen ihres falschen Verhaltens im Straßenverkehr beanstandet werden (einschließlich gebührenfreier Verwarnungen). Die Verkehrsteilnehmer zeigten sich insgesamt einsichtig und äußerten ganz überwiegend Verständnis für die Kontrollen bzw. begrüßten diese ausdrücklich. Dies besonders, nachdem ihnen die möglichen – oft gravierenden – Unfallfolgen ihres Fehlverhaltens erläutert wurden. Vielfach sprachen sich die Verkehrsteilnehmer für mehr polizeiliche Kontrollen im Straßenverkehr aus. Einzelne zeigten allerdings keine Einsicht in Bezug auf ihr gefahrenträchtiges Verhalten im Straßenverkehr – bei 11 „Unbelehrbaren“ ist deshalb eine Vorladung zum Verkehrsunterricht vorgesehen.

„Im Rahmen unserer ganzheitlichen Kontrollen konnten 35 Fahrraddiebe festgestellt und angezeigt werden“, betont Polizeivizepräsident Robert Kopp. Die zuvor entwendeten Fahrräder wurden sichergestellt und den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben..

33 Radfahrern blüht wegen des Fahrens unter Alkoholeinfluss ebenfalls ein Strafverfahren; sieben mussten angezeigt werden, weil sie unter dem Einfluss von Drogen geradelt waren.

Ein besonderes Unverständnis hat ein 49-jähriger Münchner hervorgerufen. Der Mann war am frühen Abend mit seinem Fahrrad zunächst auf dem Radweg der Guardinistraße entgegen der Fahrtrichtung gefahren, benötigte nach dem Verlassen des Radwegs aufgrund seiner äußerst unsicheren Fahrweise die gesamte Fahrbahn der Guardinistraße, setzte seine Fahrt schließlich auf dem Gehweg fort, wo er beinahe mit einem Mülleimer kollidierte und überquerte im Anschluss eine rote Ampel.
Ein Polizeibeamter beobachtete das gefährliche Verhalten und konnte den Radler stoppen. Nachdem ein Atemalkoholtest einen Wert von 1,5 Promille ergab wurde eine Blutentnahme veranlasst und ein Strafverfahren eingeleitet.

Trotz eindringlicher Belehrung fuhr der Mann ca. zwei Stunden später erneut mit einem Fahrrad und pöbelte Passanten dabei derart an, dass ein Bürger die Polizei verständigte. Daraufhin musste zum zweiten Mal eine Blutentnahme bei dem Radfahrer veranlasst werden - der Atemalkoholtest hatte diesmal einen Wert von zwei Promille ergeben!

Für September 2014 ist eine weitere mehrwöchige Schwerpunktaktion vorgesehen. Bis dahin werden die polizeilichen Kontroll- und Aufklärungsmaßnahmen im Rahmen des täglichen Streifendienstes fortgeführt. Wer sich nicht an Verkehrsvorschriften hält muss also weiterhin mit einer Beanstandung durch Polizeibeamte rechnen.


Die Münchner Polizei bittet Sie Folgendes zu beachten:

Insbesondere für Radfahrer

Fahren Sie zum Schutz vor Schädelbrüchen und Gehirnverletzungen immer mit Fahrradhelm
Suchen Sie in unklaren Situationen den Blickkontakt!
Fahren Sie stets nüchtern – bereits ab 0,3 Promille können Sie sich strafbar machen; bereits ab 0,5 Promille ist Ihr Unfallrisiko signifikant höher
Bleiben Sie an Ampeln mit Rotlicht immer vorbildlich stehen
Benutzen Sie Radwege immer in der vorgegebenen Richtung
Zeigen Sie rechtzeitig mit Handzeichen an, wohin Sie fahren möchten
Fahren Sie nur mit einem verkehrssicheren Fahrrad, vor allem mit funktionierenden Bremsen und vorschriftsmäßiger Beleuchtung
Fahren Sie rechtzeitig mit Licht, damit sie besser erkannt werden
Tragen Sie auffällige Kleidung, am besten mit reflektierendem Material
Denken Sie daran, dass das Handy-Verbot auch für Radfahrer gilt
Lassen Sie sich nicht durch Musikwiedergabegeräte ablenken
Fahren Sie vorausschauend
Als Radfahrer wird man bei einem Unfall sehr schnell sehr schwer verletzt. Trotz der niedrigeren Geschwindigkeit ist das Risiko, bei einem Unfall als Radfahrer ums Leben zu kommen, doppelt so hoch wie das eines Pkw-Fahrers
Nehmen Sie Rücksicht, insbesondere auf Kinder, Behinderte und ältere Mitbürger

Insbesondere für Kfz-Führer

Halten und Parken Sie nicht auf Rad- oder Gehwegen
Blinken Sie beim Abbiegen immer rechtzeitig
Achten Sie beim Abbiegen auf Radfahrer und Fußgänger – ein Schulterblick kann Leben retten. Denken Sie dabei auch an den bzw. die „Toten Winkel“
Suchen Sie bei unklaren Situationen den Blickkontakt!
Gewähren Sie Radfahrern und Fußgängern die vorgeschriebene Vorfahrt bzw. den Vorrang
Fahren Sie stets vorausschauend und defensiv – Radfahrer und Fußgänger haben keine Knautschzone. Kommt es zum Unfall so sind mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Verletzungen die Folge
Achten Sie bei ungünstigen Witterungsverhältnissen besonders auf dunkel gekleidete Fußgänger und Radfahrer und passen Sie Ihre Fahrtgeschwindigkeit den Sichtverhältnissen an
Nehmen Sie Rücksicht, insbesondere auf Kinder, Behinderte und ältere Mitbürger

Insbesondere für Fußgänger

Überqueren Sie an einer Ampel die Fahrbahn ausschließlich bei für Sie geltendem Grünlicht! Seien Sie damit auch den Kindern ein Vorbild
Überqueren Sie die Straße nur an gesicherten Überwegen, wie Lichtzeichen-/ Fußgängerampeln, Zebrastreifen, Fußgängerunter- oder -überführungen! Auch wenn damit ein kleiner Umweg verbunden ist – er kann Ihr Leben retten!
Wenn Sie, weil es nicht anders möglich ist, an ungesicherten Stellen die Fahrbahn überqueren, wählen Sie eine Stelle, an der Sie gut gesehen werden. Überprüfen Sie sorgfältig und wiederholt mit dem Kontrollblick nach links und nach rechts, ob ein gefahrloses Überqueren der Fahrbahn möglich ist
Überqueren Sie die Fahrbahn zügig und auf dem kürzesten Weg! Konzentrieren Sie sich dabei intensiv auf Ihren Weg des Überquerens! Lassen Sie sich nicht durch Handys oder Musikwiedergabegeräte ablenken und rechnen Sie immer mit der Unaufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmer
Bitten Sie als älterer Verkehrsteilnehmer oder wenn Sie sich wegen eines Handikaps bei der Fahrbahnüberquerung unsicher fühlen, andere Passanten, Ihnen beim Überqueren der Fahrbahn zu helfen
Treten Sie nie hinter einem Sichthindernis unvermittelt auf die Fahrbahn
Benutzen Sie die für Sie vorgeschriebenen Gehwege
Beachten Sie: die Sicht des Fahrers eines Lastkraftwagens oder Busses auf Fußgänger und Radfahrer ist wegen der “Toten Winkel“ erheblich eingeschränkt. Das gilt aber nicht nur seitlich, sondern auch hinter dem Fahrzeug und wegen der erhöhten Fahrerkabine auch direkt vor ihm.
Machen Sie sich sichtbar: Tragen Sie helle, gut sichtbare Kleidung und nutzen Sie Reflektoren, denn „Erkennbarkeit bringt Sicherheit“

Die Münchner Polizei wünscht Ihnen stets sichere und entspannte Fahrt.

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