Diese Pressemitteilung wurde am Dienstag, 23. September 2014 in der Kategorie Polizei Presse von München Presse veröffentlicht.
Pressebericht vom 24.09.2014
Pressemitteilung Polizei München
Polizei München - Bericht des Tages
-12.515 Münchner Schüler bestanden im Schuljahr 2013/14 die Radfahrausbildung und erhielten den „Radlführerschein“

Fahrradfahren ist nach wie vor ein beliebter und unweltbewusster Beitrag zur Mobilität im Alltag. Der 2013/2014 weiterhin stark wachsende Fahrradverkehr forderte im Jahre 2013 mit drei getöteten und 2.453 verletzten Radfahrern viele tragische Einzelschicksale*. Ein vorausschauendes Fahren und das Einhalten der Verkehrsregeln sind unabdingbar für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, zudem kann die freiwillige Benutzung eines Fahrradhelms schwere Kopfverletzungen verhindern.

Um die Kinder auf die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorzubereiten, führt die Verkehrspolizeiinspektion Verkehrserziehung und –aufklärung (VPI VE) auch in diesem Schuljahr an allen 237 Grund-, Förder-, Privat- und muttersprachlichen Schulen der Landeshauptstadt und des Landkreises München das Programm der Radfahrausbildung in den 4. Klassen durch. Dazu sind 26 Verkehrserzieher des Polizeipräsidiums München mit zehn Jugendverkehrsschulen im Stadtbereich und drei im Landkreis während des gesamten Schuljahres eingesetzt.

Im vergangenen Schuljahr nahmen 13.149 Schüler und Schülerinnen (Stadt 9.947, Land 3.202) an der Schulung teil. Damit wurden 96,2 Prozent aller ausbildungsfähigen Kinder erreicht.

12.515 Schüler und Schülerinnen, also 95,2 Prozent (Stadt 9.348, Land 3.167), haben die theoretische und praktische Prüfung bestanden und sind somit stolze Besitzer des „Radlführerscheins“.

Ablauf und Inhalt der Radfahrausbildung in den 4. Klassen der Grundschulen und 5. Klassen der Förderschulen:

Die praktische Ausbildung in den Jugendverkehrsschulen umfasst, einschließlich der Prüfungseinheit, vier Übungseinheiten im Schonraum (i.d.R. Verkehrsparcours im Pausenhof) und eine Übungseinheit im öffentlichen Straßenverkehr. Die Teilnahme an der Übungseinheit im „Realverkehr“ setzt grundsätzlich das Bestehen der theoretischen und praktischen Fahrradprüfung voraus.

Schwerpunkte der praktischen Ausbildung sind die Vorfahrtsregel „rechts vor links“, die Vorfahrtsregelungen durch Verkehrszeichen und Ampel, das Linksabbiegen, das Vorbeifahren an Hindernissen und die Demonstration des “Toten Winkels“ mit einem LKW der Jugendverkehrsschule. Der „Tote Winkel“ ist der Gefahrenbereich vor, seitlich und hinter einem LKW, der vom Fahrer nicht mit den Fahrzeugspiegeln eingesehen werden kann.

Aber nicht nur die Praxis zählt. Parallel zu den Übungen wird mit der jeweiligen Lehrkraft eifrig die Theorie der Straßenverkehrs-Ordnung gepaukt, die dann abschließend anhand eines Testbogens mit 20 Fragen geprüft wird.

Mit bestandener theoretischer und praktischer Prüfung erhält jedes Kind eine Urkunde, einen Prüfungsausweis für Radfahrer, einen Fahrradwimpel und einen Aufkleber mit dem Zertifikat „Geprüfter Radfahrer“ ausgehändigt.

Mit dem „Radlführerschein“ in der Tasche findet nun die Übungseinheit im öffentlichen Straßenverkehr in Begleitung der Verkehrserzieher der Polizei und der Lehrkräfte statt. In kleinen Gruppen von drei bis fünf Schülern wird im näheren Schulbereich eine vorher festgelegte Strecke gefahren. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten pro Gruppe. Die Kinder fahren dabei mit ihren eigenen Fahrrädern, die vorher auf Verkehrssicherheit überprüft worden sind. Wie im Schulhof wird natürlich auch bei der Fahrt in der Verkehrswirklichkeit nur mit Helm gefahren.

Die jungen Verkehrsteilnehmer verfügen jetzt nicht nur über ein grundsätzliches Regelwissen im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung, sondern können auch durch rücksichtsvolles und vorausschauendes Verhalten zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen.

Über diese Radfahrausbildung hinaus bedürfen die Kinder auch weiterhin der Unterstützung der Eltern und aller anderen erwachsenen Verkehrsteilnehmer. Daher unsere Bitte:

Seien Sie den Kindern stets ein positives Vorbild:
§ Beachten Sie immer die Verkehrsregeln
§ Fahren Sie vorausschauend defensiv und tragen Sie beim Radfahren zu Ihrer eigenen Sicherheit freiwillig einen geeigneten und passenden Fahrradhelm!
Speziell die Zahlen der Schulwegunfälle* verdeutlichen eindringlich die Gefahr für Kinder mit dem Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr. Von 120 verletzten Schulkindern im Alter von sechs bis 14 Jahren verunglückten 70, also 58 %, als Radfahrer.

*Quelle: Verkehrsbericht 2013, PP München

 

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